Beim Erstellen dieses Blogs habe ich wirklich nicht damit gerechnet sagen zu müssen: wir schaffen es nicht bis Singapur. Corona kommt uns in die Quere, erst nach und nach und dann schlagartig. Es kündigt sich bereits bei unserer kurzen Übernachtung in Hanoi an: dort gab es einen neuen Fall. Eine Frau ist nach Vietnam geflogen und ist erkrankt. Wir denken uns nicht viel dabei und machen trotzdem unsere Tour in die Ha Long Bay, genießen jeden Moment. Doch bei der Rückreise hören wir: Ninh Binh, der Ort in den wir als nächstes wollen, hat 100 Personen in 3 verschiedenen Hotels in Quarantäne. Und wir hören: in der Ha Long Bay sind 18 Schiffe mit Touristen für 14 Tage in Quarantäne festgesetzt. Die Polizei kommt auf unser Schiff und fotografiert unsere Pässe, macht ein Gruppenfoto von uns. Wir merken, es ist angespannt.



Wir kommen an in Ninh Binh, dort sind ähnliche Kalkfelsen wie in der Ha Long Bay, nur gibt es dort kein Meer, sondern Reisfelder. Ein bezaubernder Ort, voller fruchtbarer Natur und fast schon tropisch. Wir hören dass nach und nach alles schließen wird in diesem Ort, Touristenattraktionen, Tempel, Restaurants, Hotels,.. wir entscheiden dennoch 2 weitere Nächte zu bleiben und das beste draus zu machen. Und wir haben Glück: in letzter Minute schaffen wir es, eine Bootstour durch die Flusslandschaft von Ninh Binh zu machen, bevor am nächsten Tag alles zumacht. Es ist eines meiner Highlights dieser Reise: wir sind fast die einzigen Touristen am Wasser, unsere Rudererin lenkt uns geschickt durch Flüsse, schmale Wasserwege und: durch Höhlen! Wir fahren durch eine 1km lange Höhle und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Einen eigenartigen Beigeschmack gibt es: wir sind verpflichtet Gesichtsmasken zu tragen – obwohl weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist.





Nach diesem Abenteuer buchen wir einen Zug in den Süden, nach Hue für den übernächsten Tag. Aber dazu wird es nicht kommen weil uns in dieser Nacht die Nachricht von zuhause erreicht: Reisewarnung für alle Länder der Welt, so schnell wie möglich die Rückreise antreten. Schweren Herzens buchen wir schon für den nächsten Abend und so schnell ist es vorbei, unser Abenteuer Asien.
Einen Schreckmoment gibt es noch am Tag unserer Abreise: einige vietnamesische Polizisten kommen in unser Hotel und sehen sich die Personalien aller Gäste an. Mir wird schwummrig – was wenn wir jetzt doch noch in vietnamesische Quarantäne kommen und damit die Möglichkeit verpassen nachhause zu können? Ich vereinbare mit mir selbst, wenn wir sicher nachhause kommen werde ich in die freiwillige Heimquarantäne gehen. Die Polizisten fahren wieder, ohne weiteres Kommentar. Alle Gäste atmen erleichtert auf.


Der Flug wird anstrengend und vor allem die Gesichtsmaske nervt: man schwitzt damit sehr viel mehr als sonst und es gibt ein ungutes Gefühl. Trotzdem haben wir sie die meiste Zeit unserer 18stündigen Heimreise auf. Bei unserem Zwischenstopp in Bangkok wartet auf mich das letzte Highlight meiner Reise: ich treffe meine Schwester am Flughafen, sie war auf einer Hochzeit in Kambodscha und fliegt ebenso wie ich überstürzt nachhause. Leider haben wir unterschiedliche Flüge und sehen uns erst 13 Stunden später in Schwechat wieder. Wenn das Flugzeug beim Hinflug nach Vietnam sehr leer war, so ist es nun umso voller: sämtliche heimkehrende Asientouristen fliegen mit uns, sicher sind auch viele von ihnen der Reisewarnung gefolgt, sehr viele tragen Masken. Ich versuche die Zeit so gut wie möglich zu überstehen und weiß nicht was ich denken soll: von Traurigkeit dass es jetzt schon zuende ist bis hin zur Dankbarkeit, diese Tage erlebt haben zu dürfen. What an adventure, indeed..


















