
Ein neuer Tag in Hanoi: Nachdem wir uns halbwegs in der Stadt orientiert haben beginnen wir unsere kommende Zeit zu planen. Wir suchen nach einer geführten Tour Richtung Halong Bay und wollen verschiedene Angebote vergleichen. Der Weg zur ersten Reiseagentur ist abenteuerlich: wir suchen bei der angegebenen Adresse und werden nicht fündig, bis uns ein älterer Herr anspricht und uns die Visitenkarte dieser Agentur zeigt. Er ruft eine Telefonnummer an mit der wir kurz sprechen und wenig später holt uns eine Frau auf einem Moped ab und bittet uns ihr nachzugehen. Wir folgen also einem fremden Moped für eine Weile und sind dabei als Fußgänger wieder gewohnt vorsichtig auf den Hanoier Straßen. Sie erklärt uns es gäbe 2 Straßen mit dem selben Namen und Google Maps hat nach mehrmaligem Anfragen den richtigen Standort nie aktualisiert. Es erweist sich jedenfalls, dass wir nicht zu früh zu skeptisch sein sollten, denn die Tour sieht aus wie das was wir suchen.

An diesem Abend besuchen wir außerdem das bekannte Wasserpuppentheater und finden es großartig. Mit sehr viel Liebe fürs Detail und vietnamesischer Musik (ich kenne außer den Trommeln keines der Musikinstrumente) begeistert das Theater das internationale Publikum und uns darunter. Danach geht es in die Planung für unseren nächsten Stopp: Sapa und Nordvietnam. Wir buchen den Bus und setzen uns in ein Cafe, wo wir vietnamesischen Tee bestellen. Die Besitzerin dort serviert uns Tee und will kein Geld von uns, sie will uns loswerden und schließen und wir befürchten schon dass sie uns als Virenträger des Coronavirus wahrnimmt und uns deswegen so hartnäckig hinausmanövriert.
Abends treffen wir uns noch mit einem Freund von Juanita, er lebt in Vietnam und erklärt uns, dass man vietnamesischen Tee immer kostenlos zu den anderen Getränken bekommt, wir also nichts Kostenpflichtiges bestellt hatten. Ups


Insgesamt sind hier wie erwartet sehr viele Menschen mit Gesichtsmaske unterwegs. Irgendwann nehme ich das gar nicht mehr so recht wahr. In Vietnam hat es bisher nur 16 auf Covid-19 positiv Getestete gegeben, alle wieder gesund und keine Todesfälle. Ob das allerdings so stimmt, so direkt an der Grenze zu China, sind wir uns nicht ganz sicher.
PS
Meine Freundin hat Lesbos mittlerweile verlassen und startet eine internationale Kampagne für europäische Solidarität und Humanität gegenüber flüchtenden Menschen. Bald wird sie online gehen und auch viele bekannte Persönlichkeiten involvieren. Ich informiere darüber in den nächsten Tagen.